Das Faszien-Training

Mit einem gezieltem Training können die Eigenschaften der Muskelfaszien verbessert werden. Die Zugfestigkeit und Dehnbarkeit der Fascien wird erhöht, Schmerzpunkte können gelöst werden. Lernen Sie zwei einfache und effektive Übungen kennen.

Fascien sind Bindegewebsstrukturen aus kollagenen Fasern. Sie verleihen den verschiedenen Geweben Elastizität und Struktur, geben dem Körper insgesamt eine Form. Fascien geben zum Beispiel unseren Muskeln Struktur, Form und Elastizität.

 

Die Eigenschaften der Muskelfaszien können mit gezielten Übungen unterstützt und regeneriert werden. Die Zugfestigkeit und Dehnbarkeit der Fascien wird auf diese Weise gefördert. Weil Verspannungen und Verklebungen der Fascien über diesen Weg verringert werden, können gegebenenfalls Schmerzpunkte aufgelöst werden.

 

Für das Training wird eine spezielle Rolle aus Hartschaum bzw. Schaumstoff benötigt. Ein Ball aus Hartschaum ist als Trainingsgerät ebenfalls geeignet.

Trainingselemente des Faszientraining

Faszientraining basiert auf den folgenden grundlegenden Elementen:

 

Dehnen / Fascial Stretch:

Das Fascial Stretching ist eine endgradige und wippende Trainingsbewegung. Sie sollte in unterschiedlicher Kraftintensität und in verschiedene Richtungen ausgeführt werden. Auf diese Art werden und die Fascien gedehnt.

 

Federn / Rebound Elasticity:

Der "Elastic Rebound" ist eine katapultartige, federnde Bewegung, bei der weniger Muskelkraft angewendet wird. 

 

Beleben / Fascial Release:

Bei der vorbereitenden Gegenbewegung wird der Bewegungsfluss an einem bestimmten Punkt verlangsamt, um im Anschluss mit viel Geschwindigkeit die gesamte Energie loszulassen und den Körper zu beleben. 

 

Propriozeptives Refinement:

Hier werden langsame, sinnliche Bewegungen ausgeführt, durch die ein erneuertes Bewusstsein für den Körper eröffnet wird. Auf diese Weise können latente Schmerzen bewusster lokalisiert werden. 

Körperregionen, die trainiert werden können

Grundsätzlich können mit der richtigen Technik alle Muskelfaszien trainiert werden. Bei einem Ganzkörpertraining können, angefangen bei den Füßen, über die Unterschenkel und die Oberschenkel bis hin zur Nackenmuskulatur und in die Arme alle Muskeln trainiert werden. Im Gegensatz zum Ganzkörpertraining können einzelne Muskeln und Schmerzpunkte gezielt trainiert und gelöst werden. Langgezogene Muskeln, wie beispielsweise die Wade, können effektiv und simpel trainiert werden.

Zwei einfache Übungsbeispiele

Faszientraining des oberen Rückens
Beispiel für Faszientraining des Oberschenkels, seitliche Variante (Bildquelle: Printemps, fotolia.de)

Faszientraining des oberen Rückens 

Legen Sie sich rücklings auf den Boden und positionieren Sie die Rolle in der Mitte des Rückens, im unteren Brustwirbelsäulenbereich. Das Gesäß wird angehoben, die Beine sind angewinkelt und die Arme über der Brust gekreuzt. Anschließend rollen Sie sich mit Hilfe der Beine vom unteren Bereich der Brustwirbelsäule bis zum ersten Halswirbel hoch und zurück. Die Rollbewegung wird 10-12 mal wiederholt.

 

Faszientraining des vorderen Oberschenkelmuskels:

 Für diese Übung legen Sie sich auf den Bauch und stützen sich auf die Ellbogen. Die Schaumstoffrolle wird unter einen Oberschenkel, oberhalb des Knies, gelegt. In der Folge bewegen Sie mit Hilfe der Arme Ihren Körper etwas nach vorne und hinten, sodass die Rolle vom Knie bis zur Hüfte und wieder zurück bewegt wird. Diese Rollbewegung wird 10-12 mal mit sanftem Druck wiederholt und anschließend die Seite gewechselt.